Wie der Presse zu entnehmen war, hatten die Frieslander Grünen in der Sitzung des Kreistages am Montag einen Antrag auf Verabschiedung einer Resolution zur dauerhaften Abschaltung des AKW Unterweser eingebracht.
Trotz offensichtlicher Mehrheit für den Antrag wurde die Entscheidung an den Umweltausschuss delegiert und damit vertagt. Ein Vorgang, der inzwischen nicht mehr nur von Grünen als unglücklich empfunden wird.
Hier der von den Grünen vorgeschlagene Text:
Der Kreistag des Landkreises Friesland fordert, das AKW Esenshamm dauerhaft stillzulegen und auch nach dem Ablauf des dreimonatigen Moratoriums nicht wieder ans Netz gehen zu lassen.
Das Kraftwerk ist eines der ältesten in Deutschland, Inbetriebnahme 1978. Es entspricht nicht mehr den Sicherheitsanforderungen, die heute an die Technik gestellt werden. Dabei ist die Konstruktion so alt, dass eine Nachrüstung auf zuverlässige Standards vermutlich weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll ist.
Der Landkreis Friesland befindet sich in unmittelbarer Nähe, die Kreisgrenze ist weniger als 20 Kilometer Luftlinie vom AKW entfernt. Friesland könnte also im Ernstfall zum Evakuierungsgebiet gehören.
Das Argument, in Norddeutschland gebe es keine Erdbeben, zieht nicht. Auch das Kraftwerk Fukushima in Japan ist nicht dem Erdbeben zum Opfer gefallen, sondern dem Ausfall der Kühlung als Sekundärfolge des Erdbebens (=Stromausfall).
Auch andere Gründe können zum Strom- und Kühlungsausfall und somit potentiell zur Kernschmelze führen:
- menschliches Versagen
- technische Defekte
- Terrorangriff
- Flugzeugabsturz
- Cyber-War
- Hochwasser
Da Niedersachsen und insbesondere die Weser-Ems-Region ohnehin mehr Strom produziert als verbraucht, gibt es keinen Grund, dieses Kraftwerk länger als unbedingt nötig in Betrieb zu halten.